Die Folgen des Ukrainekrieges wirksam abfedern

Nahrungsmittelversorgung weltweit sichern

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die Sanktionen gegen Moskau haben vielfältige Folgen – von der Unsicherheit bei der Energieversorgung über stark steigende Preise bis zu weltweiten Nahrungsmittelengpässen. 

30 Prozent der Weizenexporte weltweit stammen aus der Ukraine und Russland. Die Versorgungslage wegen der Ausfälle durch den Krieg wird sich vor allem in Entwicklungsländern verschlechtern. Gestiegene Weltmarktpreise, das verringerte globale Angebot, fehlende Reservespeicher und geringe Selbstversorgungsgrade sind die Ursache.

Auf EU-Ebene wurde daher beschlossen, dass Brachflächen 2022 auch für den Nahrungs- und Futtermittelanbau genutzt werden können, um so die Erzeugung zu stabilisieren. Die Bundesregierung hat bisher aber nur den Anbau von Futtermittel genehmigt.
 
Die CDU/CSU-Fraktion fordert daher:
➡️ Möglichkeit zum Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln auf Brachflächen für 2022
➡️ Dafür ist schnelles Handeln gefragt: In Deutschland wird nur einmal im Jahr geerntet - im Sommer kann nicht mehr kurzfristig auf eine veränderte Situation eingegangen werden.
 
Mit dem Antrag „Der Ukraine jetzt und in Zukunft helfen, Nahrungsmittelversorgung in der Welt sicherstellen sowie europäische und deutsche Landwirtschaft krisenfest gestalten“ hebt die Union hervor, dass die Ukraine als Kornkammer Europas auf mittlere Sicht ausfällt. Wir befürchten, dass der Ausfall von Agrarexporten und mithin steigende Preise vor allem Entwicklungs- und Schwellenländern treffen wird. Dort drohen nicht nur Hunger und Not, sondern auch politische Instabilität, Konflikte und Fluchtbewegungen. Von der Bundesregierung fordert die Union daher einen Katalog von Maßnahmen, der unter anderem den Erhalt von Versorgungsketten, einen Wiederaufbauplan für die Zeit nach dem Krieg sowie ein finanzielles Sonderprogramm für die Entwicklungsländer umfasst. 
 
Die CDU/CSU-Fraktion verlangt von der Bundesregierung auch, die Rahmen- und Produktionsbedingungen für die Landwirte hierzulande so zu verändern, dass sie ausreichend Nahrungsmittel für möglichst viele Menschen produzieren können. So soll die Koalition die Pflicht zur Stilllegung von Agrarflächen aufheben und den Anbau aller Kulturen auf ökologischen Vorrangflächen erlauben. Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln soll zeitweise gestattet, die Reform der europäischen Agrarpolitik um ein Jahr verschoben werden.