Für gute, medizinische Nahversorgung

Interessanter Austausch zwischen Medizin, Bürgern und Politik zur Gesundheitsversorgung: (v.l.n.r) Markus Vöhringer, Bürgermeister Bernd Schaefer, Karin und Hermann Färber.
Ländliche Gesundheitsversorgung im Fokus

Menschen im ländlichen Raum brauchen eine verlässliche, gute und schnelle medizinische Versorgung. Ich habe daher kürzlich mit rund 20 Interessierten in Mühlhausen über die medizinische Nahversorgung des ländlichen Raums gesprochen. Zu Gast war Karin Maag, ehemalige Bundestagsabgeordnete aus Stuttgart, die seit Juli dem Gemeinsamen Bundesausschuss angehört.

Der Bundesausschuss ist das oberste Beschlussorgan der gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärztinnen und Ärzten sowie Krankenkassen. Er setzt Regelungen für über 73 Millionen gesetzlich Krankenversicherte und für die Leistungserbringer im Gesundheitssystem in Deutschland fest.  

Karin Maag erläuterte in ihrem Impulsreferat, wofür der Gemeinsame Bundesausschuss zuständig ist und erklärte, dass alle Entscheidungen jeweils im Spannungsfeld zwischen guter medizinischer Versorgung für die Einzelnen und der Wirtschaftlichkeit im Gesamten stehe. Letzteres sei wichtig, um die Beitragssätze konstant zu halten. Grundsätzlich stehe das Gesundheitssystem vor einer großen Wende. Bereits in den letzten Jahren hätten sich weitreichende Änderungen ergeben. So sei die Verweildauer von Patientinnen und Patienten in den Krankenhäusern aufgrund medizinischen Fortschritts deutlich gesunken.

Insgesamt gebe es in Deutschland im internationalen Vergleich zu viele Krankenhausbetten. Eine Reduktion dürfe allerdings nicht zu Lasten der ländlichen Räume erfolgen. Deshalb gebe es zum Beispiel einen speziellen Fonds, um nicht wirtschaftliche, kleine Häuser fernab von Ballungsgebieten zu unterstützen. Für Krankenhäuser, deren Wegfall für mindestens 5.000 Personen eine Pkw-Fahrtdauer von mind. 30 Minuten zur Folge hätte, gebe es eine Sicherstellungszusage. Hieran knüpfte sich eine Diskussion um die Helfensteinklinik in Geislingen an. 

Für die niedergelassenen Ärzte stand Markus Vöhringer, Hausarzt aus dem Oberen Filstal als Diskussionspartner zur Verfügung. Eingebracht haben sich auch die Bürgermeister aus Mühlhausen, Wiesensteig und Drackenstein. So erkundigten sich Bernd Schaefer, Gerhard Tritschler und Roland Lang insbesondere über die Notarztversorgung im ländlichen Raum. 

Nach einem spannenden, facettenreichen und über zweistündigen Meinungsaustausch steht für mich fest, dass ich mich weiterhin für die Belange der Menschen im ländlichen Raum einzusetzen werde. Gesundheit ist unser höchstes Gut und wir alle haben die beste Versorgung verdient. Nicht erst in der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass Verbesserungsbedarf besteht. Vorhandene Strukturen müssen genutzt und eine bedarfsgerechte, regionale Gesundheitsversorgung gestärkt werden, statt ausschließlich auf Zentralisierung zu setzen. Meine große Sorge bleibt, dass die Versorgung rund um die bestehende Klinik in Geislingen weiter ungeklärt bleibt. Die Raumschaft braucht einen Plan, damit die Menschen im Einzugsgebiet der Klinik auch in Zukunft gut versorgt sind.

 

Hermann Färber
- einer von uns!