Persönliches

„Landwirtschaft liegt mir am Herzen, ist aber nicht mein einziges Thema“

Hermann Färber ist seit dem 22. September 2013 direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für den Landkreis Göppingen. Seitdem ist der selbstständige Landwirtschaftsmeister nur noch selten auf dem heimischen Hof, den er gut in den Händen seiner Söhne weiß. Zwar liegt ihm das Thema Landwirtschaft auch als Abgeordneter am Herzen, doch darauf will sich der fünffache Familienvater nicht beschränken. Ihm geht es vor allem um die Menschen im Landkreis Göppingen.


Arbeit mit Menschen macht mir Spaß"

„Der Umgang mit Menschen macht mir viel Spaß. Außerdem finde ich es immer spannend zu erfahren, welche Belange die Leute haben, wo thematische Zusammenhänge bestehen und wo es Möglichkeiten gibt, Probleme zu lösen“, fasst Hermann Färber zusammen. Ihn reizen große politische Themen wie die Energiewende, die Gestaltung des heimischen Wettbewerbs, die Förderung des Mittelstands und Europapolitik. Im Kleineren geht es ihm darum den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort zu helfen – egal in welchem Bereich – und durch Hilfestellungen etwas zu bewegen. Schwierig sei es manchmal alle Termine unter einen Hut zu bekommen. „Außerdem sei es teilweise eine Herausforderung bei Ausschuss- und Bundestagssitzungen die Sprachzeiten einzuhalten“, schmunzelt der Abgeordnete, der bei der Wahl 49,09 Prozent der Stimmen erhielt. Sein Lieblingsarbeitsplatz ist nicht an einen Ort gebunden. „Vielmehr ist es eine Kombination zwischen Begegnungen mit den Menschen vor Ort im Landkreis und den politischen Akteuren in Berlin“, erklärt Hermann Färber, dessen wichtigste Arbeitsmittel Telefon, Notizblock und Stift sind.



In Berlin ist er voll angekommen, doch sobald es seine Verpflichtungen zulassen, macht er sich wieder auf den Weg in die Heimat. „Ich gehe dort zum Arbeiten hin, nicht zum Leben. Meine Wurzeln sind hier“, betont der Parlamentarier. Das häufige Reisen macht ihm nichts aus. „Ich kann im Flugzeug abschalten und genieße es manchmal für 40 Minuten nicht erreichbar zu sein“, verrät der Abgeordnete über seine regelmäßigen Flüge von Stuttgart nach Berlin und zurück. „Am Liebsten lese ich dann in Ruhe Zeitung oder schließe für ein paar Minuten die Augen.“ Bereits bevor er sein Mandat antrat, war er viel unterwegs. „Durch meine Tätigkeit im Bauernverband war ich auch in ganz Deutschland unterwegs – das viele Reisen ist also nichts Neues für mich“, so
Hermann Färber.


„In Berlin angekommen, aber im Kreis Göppingen zu Hause“


„Schlepperfahren war für mich als Kind das Größte“



Er wuchs als Jüngster von fünf Kindern auf dem elterlichen Landwirtschaftsbetrieb in Böhmenkirch auf. 1963 geboren, verbrachte Hermann Färber während seiner Kindheit viel Zeit in der Natur, mit Tieren und half zu Hause mit. „Als kleiner Junge war Schlepperfahren das Größte für mich“, erinnert sich der Bundestagsabgeordnete. Von kleinauf interessierte er sich für Technik und war immer dabei, wenn es etwas zu montieren gab. Diese Leidenschaft zur Technik und die Verbindung zur Landwirtschaft, bewegten ihn zu einer Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker. Noch während seiner Lehre, bat ihn seine Familie den elterlichen Betrieb zu übernehmen. „Zuerst machte ich meine Ausbildung zu Ende und begann dann noch eine zweite Ausbildung zum Landwirt“, erläutert der Böhmenkircher, der später noch die Fachschule für Landwirtschaft besuchte und seine landwirtschaftliche Meisterprüfung ablegte. Gemeinsam mit seiner Frau Irene, bewirtschaftete er fortan den Schweinezuchtbetrieb und baute ihn nach und nach aus. Inzwischen hat sich die Familie mit Hühnern ein zweites Standbein geschaffen. „Die Geflügel-Haltung begann erst vor knapp zehn Jahren, als mein Sohn eine Henne geschenkt bekam. Wir wollten Henne Berta, wie wir sie nannten, nicht alleine halten, deshalb haben wir noch welche dazu gekauft und so entstand die Idee der Geflügelhaltung“, erläutert Hermann Färber, der sich immer wieder neuen Gegebenheiten und Anforderungen der Landwirtschaft stellte. Nebenbei übernahm er auch im Ehrenamt früh Verantwortung.



Mit Anfang 20 wurde er Vorsitzender der Landjugend im Kreis Göppingen. Eine Aufgabe, die ihn prägte und sein Interesse für die Politik weckte. In den 80er Jahren knüpfte er dort erste Kontakte zu den damaligen Politikgrößen im Landkreis Göppingen. Er organisierte kreisweit Veranstaltungen und moderierte Podiumsdiskussionen. Oft traf er dabei auf den damaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Manfred Wörner, der später Bundesverteidigungsminister und NATO-Generalsekretär sowie den damaligen parlamentarischen Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium Georg Gallus und den SPD-Bundestagsabgeordneten Heinz Rapp. „Ich war immer wieder begeistert, welches Hintergrundwissen sie hatten“, erinnert sich Hermann Färber, der davon zutiefst beeindruckt war. „Besonders Manfred Wörner konnte detailliert über sein Fachgebiet reden und dabei alle Zuhörer in seinen Bann ziehen. Gleichzeitig hatte er immer ein offenes Ohr für die kleinen Leute“, betont sein heutiger Nachfolger, der damals nie gedacht hätte einmal in die Fußstapfen Wörners als Bundestagsabgeordneter zu treten.



Mein Weg in die Politik führte über die Landjugend"


„Vorbilder verkörpern für mich Werte“

Auf die Frage, wer sein Vorbild ist, hebt Hermann Färber hervor: „Ich möchte Vorbilder ungern an Personen festmachen. Für mich sind alle Menschen Vorbilder, die gewisse Werte verkörpern und nicht nur davon sprechen, sondern sie auch leben.“ Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Glaubwürdigkeit, Mut und Kompetenz sind für ihn die entscheidenden Werte, nach denen er auch sein Handeln ausrichtet.



Anders als viele andere Abgeordnete, durchlief Hermann Färber nicht die klassische Partei-Laufbahn, sondern wurde erst mit Ende 40 CDU-Mitglied. „Ich nahm an vielen politischen Runden teil und hörte mir alle Positionen an. Dabei habe ich mich in den Positionen der CDU immer am meisten wieder gefunden. Deshalb ist die CDU meine politische Heimat“, verrät der Parlamentarier. Für ihn ist wichtig, dass Politik den Brückenschlag zur Realität schafft. „Man muss immer weiterdenken und überlegen, wie sich eine Idee im wirklichen Leben umsetzen lässt und welche Konsequenzen am realistischsten sind“, so der Hermann Färber, der dieses Bestreben in der Politik der CDU wiederfindet. Den Bezug zur Praxis hält er für sehr wichtig, deshalb sucht er oft das Gespräch mit Praktikern, die sich tagtäglich mit bestimmten Themen beschäftigen und die Beschlüsse des Bundestages umsetzen. Erste politische Verantwortung übernahm er von 2004 bis 2009, als er für die CDU im Göppinger Kreistag saß. „Das war eine hoch interessante Aufgabe und ich habe wichtige Erfahrungen gemacht, von denen ich auch heute als Abgeordneter profitiere.“

„Die CDU ist meine politische Heimat“



„Ehrenamtliche sind die Säule unserer Gesellschaft“

Besonders am Herzen liegt ihm ehrenamtliches Engagement. „Ehrenamtliche sind die Säule unserer Gesellschaft“, betont das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Böhmenkirch. „Egal ob im Rettungswesen, im Pflegebereich, bei gesellschaftlichen Veranstaltungen, im politischen Leben, in Sportvereinen oder in Sachen Nachbarschaftshilfe – ohne ehrenamtliche Helfer ginge nichts“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete. „Die Liste ehrenamtlichen Engagements ist lang und ich könnte unzählige Beispiele aufzählen. Ihnen allen gebührt meine volle Anerkennung und meine große Wertschätzung dafür, dass sie sich auf so vielseitige Weise für unsere Gemeinschaft einsetzten und sich einbringen“, betont Hermann Färber. Er selbst ist seit 1999 Vorsitzender des Kreisbauernverbands Göppingen. „Ich bin immer wieder fasziniert, was Ehrenamtliche im Landkreis Göppingen und darüber hinaus leisten“, so Hermann Färber.


„Mein Anliegen: Abends ein Stück weiter zu sein als morgens“

Wie früher als Landwirt, als er mit unvorhersehbaren Faktoren wie Wetter, Gesundheitszustand von Tieren oder Schädlingsbefall zu kämpfen hatte, wird er auch heute ständig vor neue Herausforderungen gestellt. „Auch als Bundestagsabgeordneter ist kein Tag wie der andere. Ich lerne täglich viel dazu und weiß morgens nie so viel, wie abends“, erklärt Hermann Färber. Außerdem verfolge man sowohl in der Landwirtschaft als auch in der Politik oftmals langfristige Ziele, deren Erfolge sich erst viel später realisieren. „Eine weitere Parallele sind zudem die langen Arbeitstage“, bemerkt der Abgeordnete, der rund die Hälfte des Jahres in Berlin ist und für den 7-Tage-Wochen die Regel statt die Ausnahme sind.


"Lebenserfahrung und Beharrlichkeit sind meine Stärken"

Als seine Stärken sieht er seine Lebenserfahrung als Selbstständiger, Familienvater und Ehrenamtlicher. „Außerdem sagt man mir nach, dass ich sehr beharrlich sein kann“, so der fünffache Familienvater. In zehn Jahren sieht er sich selbst als Bundestagsabgeordneten, der in Berlin hoffentlich viel für den Landkreis Göppingen erreicht hat und weiterhin erreicht. „Für mich steht im Blick auf die Zukunft die Sache im Vordergrund, mir geht es nicht um Posten“, stellt Hermann Färber klar. Die Schlagzeile, die er am Liebsten so schnell wie möglich lesen würde lautet: „Straßen im Landkreis Göppingen eröffnet - Neue B10 bis Geislingen Ost und sechsspuriger A8 Albaufstieg freigegeben“. Könnte er sich drei Projekte aussuchen, die im Landkreis sofort umgesetzt werden sollten, würde er diese beiden bedeutenden Straßenbauprojekte wählen, „denn sie stellen für unseren Kreis wesentliche Faktoren der Zukunftssicherung dar. Als Drittes würde ich mir eine flächendeckende Breitbandversorgung wünschen“, ergänzt der Abgeordnete, der dies als weiteren wichtigen Faktor für die Wirtschaft im Stauferkreis sieht.

„Meine Familie gibt mir Kraft“

Privat genießt Hermann Färber jede freie Minute mit seiner Familie, die ihm viel Kraft gibt. „Für Hobbys insbesondere sportliche Aktivitäten wie Nordic Walking, Schwimmen und Radfahren habe ich im Moment nur sehr wenig Zeit“, erklärt das Mitglied im Landwirtschafts- und Petitionsausschuss des Bundestages, der in seinem Berliner Büro eine große Landschaftsaufnahme aus dem Kreis Göppingen hängen hat und der früher gerne Posaune spielte.




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